17.03.2016
Der Zürcher Hauptbahnhof – Herz und Knotenpunkt der SBB
Der Wilerclub SiN ist auf Entdeckungsreise - organisiert von Helen Giagonia.
Bericht: Elisabeth Jud-Fischer
Gespannt wartete eine Gruppe von 22 Personen beim Gruppentreffpunkt im Hauptbahnhof Zürich um die Gelegenheit zu nutzen, in einer Führung hinter die Kulissen des Hauptbahnhofs schauen zu können. Mit freundlichen Worten wurden die Teilnehmenden vom Bahnhofreferenten Urs Hagmann willkommen geheissen.


Die alte, bekannte Bahnhofshalle Der Gruppentreffpunkt
Geschichte des Zürcher Hauptbahnhofs
In einem unterirdischen Ausstellungsraum erfuhr man vorerst in Wort und Bild viel Interessantes über die Geschichte des Zürcher Hauptbahnhofs. Diese geht zurück ins Jahr 1847, wo die Spanisch Brötlibahn erstmals von Zürich nach Baden fuhr. Wer hätte gedacht, dass die kleine Glocke, vom heutigen „Bahnhofquai“ aus gut sichtbar, damals eine so grosse Rolle gespielt hat. Sie läutete jeweils 30 Minuten vor der Zugsabfahrt, ein weiteres Mal 10 Minuten vorher und ein drittes Mal 2 Minuten vor der Abfahrt. Der erste Bahnhof war die heutige grosse Eventhalle, die gemietet werden kann und wo heute verschiedenste Anlässe und Märkte wie der Wochen- und Weihnachtsmarkt stattfinden. Bereits im Jahr 1871 erfolgte ein Neubau, die Haupthalle.


Inforaum im HB Zürich

Bahnhof-Fassade
Modernisierung
1929 wurde die Bahn elektrifiziert und wenig später im Jahr 1933 wurde die Querhalle mit den verschiedenen Geleisen erstellt, der heutige „Sackbahnhof“. – Der Film zeigte einen Überblick des Hauptbahnhofs, der heute eine Fläche von 16‘500 m2 umfasst. In einem zweiten Film wurde die neuerstellte Durchmesserlinie, der Herz und Knotenpunkt im Zürcher Hauptbahnhof vorgestellt. In einem grossen Bogen durchquert die Durchmesserlinie von Altstetten über die 350 Meter lange Letzigrabenbrücke und die 1200 Meter lange Kohlendreieckbrücke den unterirdischen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse und endet mit dem Weinbergtunnel im Bahnhof Oerlikon.


Relief mit der Linienführung Durchmesserlinie Modell der Tunnelausgänge in Oerlikon
Heutige Frequenz des Züricher HB
Knapp 400‘000 Reisende steigen hier täglich ein und aus. Der Hauptbahnhof Zürich ist der Dreh- und Angelpunkt des Schweizer Schienenverkehrs. Über 2’000 Züge verkehren hier im Minutentakt. Die Steuerung erfolgt jedoch im Flughafen. Der rege Betrieb wurde sichtbar in der Führung nach dem Filmvortrag. Urs Hagmann führte die Gruppe durch die verschiedenen Ebenen des Hauptbahnhofs. Der „Museumsbahnhof“, unterirdisch gelegen an der Nordseite neben dem Landesmuseum ist mit den Geleisen 41-44 der Knotenpunkt des S-Bahn-Verkehrs des Zürcher Verkehrsverbundes. Der im Juni 2014 eröffnete unterirdische „Bahnhof Löwenstrasse“ dient einerseits der S-Bahn Zürich und ermöglicht seit Dezember 2015 die direkte Durchfahrt von Fernverkehrszügen. Die Informationstafeln führen die Reisenden sicher zu den Bestimmungsorten. Beeindruckt waren die Teilnehmenden von der elektronischen Tafel, wo man durch Antippen die gewünschte Auskunft erhält auf welchem Weg man ein bestimmtes Ziel erreicht z.B. welches Tram man wo erreicht, wo sich ein WC befindet, welche Sehenswürdigkeiten es in Zürich gibt und vieles mehr. Es fiel auf, dass beim Bau der neuen Hallen auf grosszügige Flächen und mehr Helligkeit geachtet wurde, was als wohltuend empfunden wird. Grossen Wert wurde auch auf die hohe Sicherheit gelegt, wie der Bahnreferent erklärte. In der Führung wurde auch auf die“ Bahnhofkirche“ aufmerksam gemacht. Urs Hagmann erklärte, dass täglich 300 bis 500 Menschen diese aufsuchen, und dass dort immer ein Seelsorger anwesend sei. Dieser sei zu gewünschten Gesprächen bereit. Für Reisende die Hilfe benötigen z.B. Rollstuhl-Reisende steht die Bahnhofmission (früher „Freundinnen junger Mädchen“) zur Verfügung, die avisiert werden kann.


Der ältere Museumbahnhof für die S-Bahn Der neue Bahnhof Löwenstrasse für den Fernverkehr
Ein modernes Dienstleistungszentrum
Der HB Zürich bietet den Reisenden eine Vielfalt von Einkaufsmöglichkeiten. Neben den
Imbissecken findet man einfache Restaurants aber auch Verpflegung für gehobene Ansprüche. Ein Shoppingcenter mit einer Vielzahl von Läden aller Art lässt wohl keinen Wunsch offen. – Die Anlieferung der Waren für die vielen Geschäfte erfolgt mit Lastwagen, die eine ausgeklügelte Logistik voraussetzen.


Ein Blumenladen im Shopville Unterirdische Waren-Anlieferung
Neuer Stadtteil
Bei der Führung entdeckte man in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs eine grosse Baustelle. Der Bahnhofreferent erklärte, dass hier mit der „Europaallee“ ein neuer Stadtteil entstehe. Neben dem Platz für rund 2500 Studierende an der Pädagogischen Hochschule, entstehen hier über 6000 Arbeitsplätze, 300 Wohnungen und weitere vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants.
Gemeinsames Mittagessen in der Reithalle und Heimreise
Nach dieser eindrücklichen und interessanten Führung mit dem Bahnreferenten Urs Hagmann, die ca. 2 ½ Stunden dauerte, zog es die Gruppe ins Restaurant Reithalle zum gemeinsamen Mittagessen, wo der Anlass seinen gemütlichen Abschluss fand.


Die Reithalle in Zürich-Gessnerallee Atraktives Inneres des Restaurants Reithalle
Ganz herzlichen Dank der Organisatorin, Helen Giagonia
der Berichterstatterin Elisabeth Jud
und dem SBB-Führer Urs Hagmann!